Wo vorher ein leichter Abhang die Gartennutzung erschwerte, ist ein Frühstücksraum und Wohnzimmer im Freien entstanden. Sobald es das Wetter zulässt, genießen die Bauherren ihr Müsli und ihre Morgenzeitung auf dem großzügigen Holzdeck unter ihrem Virginischen Wachholder. Ein Gartenschatz, der unbedingt erhalten werden musste. Also wurde der Entwurf des Gartens nach dem Baum ausgerichtet. An anderen Stellen wurde ebenfalls ganz behutsam vorgegangen: jeweils ein Feigen-, Pfirsich-, Quitten- und ein Apfelbaum, wurden erhalten.
Passend zum Weinbergpfirsich duften die Weinbergmauern nicht fehlen. Diese wurden mit viel Schweiß in Handarbeit aus gebrauchten Natursteinquadern hochgemauert. Jeder einzelne Sandstein ist handverlesen, mit geschultem Auge gesetzt und exakt behauen. Dank der Trockenmauern gewann der relativ kleine Garten an horizontaler Nutzfläche. Die Beete besitzen eine angenehme Arbeitshöhe, durch die Mauern sind sie thematisch unterteilt. Was wäre solch ein Genießergarten ohne plätscherndes Wasser? Ein ehemals als Brückenpfosten verwendeter 2,5 Tonnen schwerer Sandsteinquader wurde ausgehölt, um ihn als Wassertrog verwenden zu können. Durch seine antike Patina scheint er schon ewig dort zu stehen und passt optisch hervorragend zu den Natursteinmauern.
Die dazugehörige Technik bleibt versteckt: das Dachregenwasser fließt unterirdisch in einen Tank, um den Trog zu füllen. Per Fingertipp auf das Smartphone kann der Wasserkreislauf und die Beleuchtung im Garten an und ausgeschaltet werden. Sitzt man abends mit einem Cocktail mit frischer Minze aus dem eigenen Garten etwas länger auf dem Holzdeck, kann man den Garten stimmungsvoll beleuchten. Ein Grund mehr, um länger die lauen Sommerabende dort zu genießen.