Was wandelt sich?
Heiße Sommer mit langen Trockenperioden, platzartige Regengüsse, Temperaturen über 30°C schon im Mai. Das Klima verändert sich. Doch was bedeutet das für unsere Pflanzen im Garten? Müssen wir als Garteninhaber permanent die Gießkanne in der Hand halten und ein schlechtes Gewissen haben, wenn wir in Urlaub fahren und unser Nachbar netterweise auf unsere grünen Pflanzen im Garten aufpasst? Oder werden all unsere Gärten zu einer trockenen, leblosen Schotterwüste verkommen? Nein, Grünes Glück in Zeiten des Klimawandels ist machbar! Es gibt Auswege aus dem Dilemma. Wer sich die Anpassungsstrategien der Natur genau anschaut, kann sie für die Gartengestaltung und Pflege nutzen.

Stars der Gartenzukunft
Mit besonders robusten Bäumen, Sträuchern, Stauden wird Ihr Garten nachhaltig in die Zukunft geführt. Viele pflegeleichte Pflanzenschönheiten sind empfehlenswert. Vor allem bei Bäumen müssen wir aufpassen, dass wir die richtigen auswählen, denn sie sollen für die nächsten 20 oder 100 Jahre in unseren Gärten stehen. Bäume wie die pflegeleichte Felsenbirne, die eindrucksvolle Esskastanie oder der fulminante Amberbaum spenden Schatten und werden problemlos mit dem zukünftigen Klima zurechtkommen. Sträucher, wie die grazile Tamariske oder die prachtvollen Rosen, bereichern unsere Gärten mit ihrer Schönheit und sind vor allem für Tiere interessant. Auch Sie werden längere Trockenperioden gefahrlos überstehen. Stauden, mit ihren wundervollen Blüten, sind wie ein Symbol der Lebensfreude und werden weiterhin bedenkenlos unsere Gärten bereichern. Viele von diesen Wunderwerken der Natur kommen ohne Probleme mit dem Klimawandel zurecht. So zum Beispiel die Mittagsblumen oder der duftende Lavendel. Generell alle südlichen Kräuter und silbrigen Pflanzen beeindruckt der Klimawandel nicht sehr. Werden Pflanzen, die sich gegenseitig unterstützen miteinander kombiniert, hat man zudem wenig Arbeit im Garten.

Gärtnern gegen den Klimawandel
Im Buch "Robuste Schönheiten für den Garten" finden Sie ebenfalls Anregungen, was Sie in Ihrem Garten verbessern können, um aktiv gegen den Klimawandel zu gärtnern.
  • Je mehr Pflanzenmasse im Garten existiert, desto mehr CO2 wird in den Pflanzen gebunden. Schottergärten binden kein CO2, ein grüner Dschungel wäre das Optimum. Je mehr Pflanzen in Ihrem Garten wachsen und gedeihen, desto mehr tun Sie aktiv gegen die Klimaerwärmung.
  • Genussgarten: Eine Studie von Greenpeace geht von einem agrarischen Anteil von fast einem Drittel an den von Menschen verursachten Treibhausgasen aus. Dies könnte man reduzieren, wenn hier und da ein paar Genusspflanzen in den eigenen Gärten integriert werden. Warum nicht mal einen Maulbeer-Baum pflanzen, statt eines reinen Ziergehölzes?
  • Pro Jahr werden in Deutschland eine Milliarde Plastik-Blumentöpfe verbraucht. Viele Pflanzen reisen über weite Strecken, teilweise um den halben Globus. Da ist es sinnvoll gezielt einzukaufen. Einige Staudengärtnereien in unserer Nähe produzieren vor Ort und nehmen die Plastik-Blumentöpfe zurück. Fragen Sie einfach nach!
  • Regenwassernutzung: Für die Zukunft ist es sinnvoll, bei der Planung des Gartens an einen Regenwassertank zu denken oder ihn nachzurüsten. In Tübingen kann man einen Antrag stellen und sich so die jährliche Niederschlagswassergebühr teilweise ersparen.
  • Trockenmauern erhöhen die Biodiversität im Garten, weil Sie für die Tier- und Pflanzenwelt ein Refugium bieten. Greift man nicht zu Granit aus China, sondern zu regionalem Natursteinen kann man ein gutes Gewissen haben. Ein Granit aus China verursacht 70 mal so viel CO2-Ausstoß, wie ein wiederverwendeter Naturstein.

Jeder Garten ist wichtig!
Knapp fünf Prozent der Fläche entfallen in Deutschland auf private Gärten. Das ist etwas mehr Fläche als alle deutschen Naturschutzgebiete (ohne Meeresschutzgebiete) zusammengenommen. Auch Ihr Garten ist ein Bestandteil der "Grünen Lunge", die unser Klima ausgleicht und uns die hohen Temperaturen etwas angenehmer macht, wenn uns mal wieder die nächste Hitzewelle überrollt. Unter einer Baumkrone kann die Temperatur bis zu 15°C kühler sein. Das zeigt, wie wichtig Pflanzen in den zukünftigen Hitzeperioden sind. Fast wie bei einer Klimaanlage kühlt die Transpiration nicht nur die Pflanze, sondern auch die Umgebung. So können Sie selber direkten Nutzen aus der Anpflanzung eines Baumes ziehen.

Bisher haben wir hilflos zugeschaut, wie Pflanzen vertrocknen oder von neuartigen Schädlingen befallen werden. Wir haben unzählige Gießkannen geschleppt und gegen die Schädlinge gekämpft. Dabei gibt es doch so viele einfache, pflegeleichte, grüne, wunderschöne Pflanzen, die dem Klimawandel Paroli bieten können. Welche empfehlenswert sind, und was wir sonst noch tun können, um den Klimawandel abzumildern, erfahren Sie im Buch "Robuste Schönheiten für den Garten" oder gerne auch direkt von mir persönlich. Dabei helfe ich Ihnen gerne, Ihren Garten für die Zukunft fit zu machen.


Ina Timm, Freie Landschaftsarchitektin
Link zum Buch