Wer träumt nicht gerade vom Sommer? Auf einer wunderschönen Holzterrasse am Meer sitzen und den Wellen lauschen...
Das Meer kann ich Ihnen nicht in Ihren Garten zaubern - aber das Urlaubsgefühl mit dem Holzdeck!

Standort

Holz verleiht dem Garten eine natürliche, angenehme Atmosphäre. Eine Holzterrasse passt sowohl zu einem unter Denkmalschutz stehenden Jugendstilgebäude als auch zu einem modernen Bau. Kombiniert mit eher kühlen Materialien Beton, Naturstein oder Stahl entsteht ein schöner Kontrast zu der warmen, weichen Oberfläche des Holzes. Eine Terrasse aus Holz kann das Wohnzimmer bis in den Garten hinaus verlängern. Im Winter kann man dort die wenigen wärmenden Sonnenstrahlen genießen. Ist das Holzdeck nur durch eine Glastür vom Haus getrennt und liegt es auf gleicher Höhe wie der Innenbereich, ist die Schwelle zwischen Drinnen und Draußen am niedrigsten. Die Hürde nach draußen zu gehen - vielleicht sogar barfuß - ist gering. Das macht Holz zu einem idealen Belag direkt an der Terrassentür.

Oft liegt ein Holzdeck etwas erhaben über dem Gelände. Das hat sicherlich mehrere Gründe: Von einer höher liegenden Ebene kann man die Aussicht viel besser genießen. Der Blick kann durch den ganzen Garten schweifen. Ein weiterer Grund für die meist erhöhte Lage des Holzdeckes liegt in der Konstruktion.

Konstruktion

Um lange Freude an der Holzterrasse zu haben, muss für eine gute Belüftung von unten gesorgt sein. Es reicht das Deck eine Treppenstufe über dem Rasen schweben zu lassen. So kann in die Unterkonstruktion Luft und die Bretter können schneller abtrocknen.
Ein leichtes unmerkbares Gefälle an der Oberfläche stellt ebenfalls sicher, dass das Wasser vom Holzdeck abläuft. Ist zu lange Feuchtigkeit auf dem Holz, kommt es schnell zum Verfaulen oder Moos- und Pilzbefall. Durch das Gefälle und die luftige Unterkonstruktion stellen Sie sicher, dass dies nicht passiert.

Material

Für das Lebensalter Ihrer Terrasse ist ebenfalls die Auswahl der Holzart von Bedeutung. Die Entscheidung fällt bei der Anzahl der zur Verfügung stehenden Hölzer nicht leicht. Jede Holzart hat seine spezifischen Vor- und Nachteile. Die Entscheidung wird nicht nur über den Preis und das Aussehen getroffen.
Ausschlaggebend für die Auswahl der Holzart sollte die Lage der Terrasse sein. Je nach Standort ist das passende Holz zu wählen. Ein feuchter Standort im Norden des Hauses bedingt eine andere Auswahl wie ein überdachter Bereich im Süden.
Für eine freischwebende Terrasse stehen anderen Holzarten zur Wahl wie neben einem gechlorten Swimmingpool.

Einheimische Hölzer oder FSC/PEFC

Das Material Holz ist ein natürlicher, nachwachsender Rohstoff. Die Umwelt belastet es grundsätzlich nicht. Wie in dem gerade im Kino laufenden Film "Das Geheimnis der Bäume" zu sehen, sollte man nicht jedes Holz in seinem Garten verbauen. In dem Film wird auf eine wunderbare angenehme Weise erzählt, dass der Regenwald 700 Jahre benötigt, bis sich das ursprüngliche Ökosystem nach einem Kahlschlag wieder einstellt.
Hölzer wie IPE, Massaranduba, Bongossi, Bangkirai und Garapa sind die dauerhaftesten Hölzer. Da sie meist aus Raubbau am Regenwald stammen, sollten diese Arten nur mit FSC- oder PEFC-Siegel verbaut werden. Diese Siegel stellen sicher, dass die Hölzer nur aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen.
Zu den Tropenhölzern gibt es gute Alternativen: Robinie, Lärche oder Douglasie. Diese sind im Urzustand alle nicht so lange haltbar wie die Tropenhölzer. Durch Kesseldruckimprägnierung, Wachstränkung und andere Verfahren kann man sie länger haltbar machen. So braucht man dann kein schlechtes Gewissen haben, wenn man die ersten warmen Tage ausnutzt und auf der Holzterrasse seinen Nachmittagskaffee genießt.

Was man zudem wissen sollte ist, dass in den Prospekten der Holzhersteller die Arten im frisch eingebauten Zustand zu sehen sind. Kaum ein Hersteller wirbt mit einem vergrauten Holzdeck. Denn ob Tropenholz, oder eine einheimische Holzart - jedes Holz vergraut innerhalb eines Jahres. Will man das Vergrauen und Altern des Holzes vermindern, sollte man es mindestens einmal im Jahr streichen.

Tipps zur Pflege

Die Lebensdauer einer Holzterrasse hängt stark von der richtigen Konstruktion und der dazu passenden Holzart ab. Richtig gepflegt können Sie bis zu 20 Jahre Freude an Ihrem Holzdeck haben. Die Oberfläche sollte immer frei von Schmutz und Laub gehalten werden. Einfaches regelmäßiges abkehren mit dem Besen genügt. Vor dem jährlichen Streichen reinigt man die Fläche mit einer Bürste von Algen und Moos. Für das Streichen sollte das Holz durchgetrocknet sein, damit es die Lasur gut aufnehmen kann.

Holz ist ein wunderbarer Baustoff. Die warme Fläche versprüht Urlaubstimmung und lässt sich barfüßig betreten. Die Hemmschwelle vom Haus zum Garten ist so gering wie bei keinem anderen Belag. Bei der Auswahl der passenden Holzart und der Konstruktion stehe ich Ihnen gerne beratend zur Seite, so dass Sie Ihren Traum vom Urlaubsfeeling im Garten realisieren können.


veröffentlicht in: Tübingen im Fokus, Februar 2014