Endlich Sommer! Da freut man sich über plätscherndes klares Wasser. Es gibt keinen berühmten Garten ohne Wasserspiel. Mit Wasser wird der Garten erst vollendet.
Wasser kann im Garten in vielfältigen Formen auftreten: Wasserbecken, Brunnen, Teiche, Swimmingpools, Rinnen, Tröge, Springbrunnen...

Lage

Bei der Anlage eines Gartens sollte man sich die Natur als Vorbild nehmen. Schaut man sich die Lage des Wassers in der freien Landschaft an, stellt man folgendes fest:
  1. ruhige Teiche sind meist in Senken gelegen.
  2. über leichte Gefälle verläuft das Wasser in plätschernden Bächen.
  3. große Höhensprünge des Geländes überbrücken Wasserfälle.
Im Hausgarten wirkt ein stilles Wasserbecken besonders harmonisch, wenn das Becken in einer Senke liegt, genau wie der Teich in der freien Natur.
Ist das Grundstück leicht abschüssig, bietet es sich an einen Wasserlauf oder eine seichte Wasserkaskade einzuplanen.
Sind große Höhen im Grundstück zu überwinden, kann man den Höhenunterschied nutzen, um ein Wasserfall zu realisieren.
Das Gelände und die Lage ihres Grundstückes gibt vor, in welcher Art das Element Wasser ihren Garten beleben kann. Im Hausgarten erschafft man ein abstrahiertes Sinnbild der Natur.

Form und Größe

Hat man sich für die zum Gelände passende Art des Wassers entschieden, gilt es die passende Form zu suchen. Nahe am Haus bieten sich formale Wasserbecken an, weiter weg kann man den Garten eher landschaftlich gestalten.
Bei der Größe lassen Sie sich ganz nach Ihrem Geschmack leiten. Selbst in kleinen Stadtgärten wirkt Wasser Wunder.

Im Normalfall ist keine Genehmigung vom Bauamt nötig, es sei denn der Teich liegt im Grundwasserbereich oder umfasst mehr als 100 Kubikmeter Wasser.

Kleineren Gewässern mangelt es eher an Sauerstoff und diese kippen leichter um als große. Das ist vor allem von Belang, wenn Sie Fische im Teich haben möchten. In einem Naturteich ohne Wasserumwälzung benötigt ein großer Goldfisch 700 Liter Wasser!
Auch Menschen haben einen ähnlichen Platzbedarf. Um genügend Fläche zur Verfügung haben, sollten Pools oder Schwimmteiche mindestens 10 m lang sein und mindestens 1,30 Meter tief sein.
Auch wenn Fische und Menschen einen ähnlich großen Platzbedarf im Wasser haben, vertragen sie sich im Wasserbecken dennoch nicht:
Das Futter der Fische verschmutzt das Wasser schnell und das Becken würde innerhalb kürzester Zeit verdrecken. Sie müssen sich also entscheiden...

Sicherheit

Ein häufig unbeachteter Aspekt bei der Planung eines Wasserbeckens ist die Sicherheit. Ab einer Schicht von 3 cm Tiefe kann man im Wasser ertrinken. Teichbesitzer haben eine Sicherungspflicht auch gegenüber Kindern, die ungehindert auf das Grundstück gelangen können. Entweder man versieht die Wasserfläche mit einer Kindersicherung (Gitter) direkt unterhalb der Wasseroberfläche oder die Teichfläche bzw. das Grundstück muss umzäunt sein.

Material

Folie, Fertigteich aus Kunststoffelementen, Beton- oder Edelstahlbecken?
Folien sind relativ preiswert und passen sich gut jeder Form an. Teichfolie ist vor Sonneneinstrahlung zu schützen, sonst wird sie über die Jahre hinweg brüchig. Die Ränder, welche über dem Wasser sind müssen mit Steinen, Holz- oder Plattenbelag bedeckt werden.

Bei Fertigteichen aus Kunststoffelementen ist die Form vorgegeben. Sie sind leichter selber zu verlegen, als Becken aus Folien. Aber auf die Dauer können Risse oder Löcher entstehen, die nachträglich nicht ausgeflickt werden können.

Ist das Becken aus Beton gefertigt, sollte es vor dem ersten Frost entweder abgelassen werden oder im Winter verlegte Polster entlang der Wasserkante schwächen die Ausdehnung des Eises ab.
Ein Edelstahlbecken verleiht Ihrem Garten einen edlen Charakter. Dieses ist am längsten haltbar und kann genau nach Plan vom Schlosser hergestellt werden.

Wasserspiele

Sprudelnde Fontänen versinnbildlichen anregende Lebendigkeit im Garten. Das Wasser wird mit Sauerstoff angereichert und die Wasserqualität verbessert. Doch Vorsicht: Beachten Sie die Fallhöhe! Plätscherndes Wasser kann auf die Dauer ungewollt werden und den Nachbarn stören, aber auch störenden Lärm überspielen. Sinnvoll ist es eine Zeitschaltuhr für das Wasserspiel einzubauen. So spart man sich nicht nur den Ärger mit dem Nachbarn, sondern auch Strom.

Bei Fontänen ist der Wasserverlust durch Verdunstung höher. Die Nachspeisung des Wassers kann durch ein unterirdisches Reservoir gesichert werden. Mit Hilfe von Ventilen wird von dort automatisch Wasser nachgespeist.
Wer Seerosen im Becken möchte, sollte auf Wasserspiele verzichten. Seerosen vertragen kein fließendes Wasser. Sie bevorzugen eine ruhige Wasseroberfläche ohne Spritzer von oben.

Im Winter ist es mit plätschernden Wasserspielen leider vorbei. Der Frost würde die mit Wasser gefüllte Quellsteine und Springbrunnen sprengen. Achten Sie deswegen darauf im späten Herbst das Wasser abzulassen. Auch Pumpen und Leitungen, die nicht mindestens 80 cm in der Erde liegen, müssen geleert werden.

Beleuchtung

Angeleuchtet erzeugt Wasser eine ganz besondere Atmosphäre. Quellsteine, Springbrunnen und Wasserfälle sind auch nachts eine Attraktion, wenn sie passend beleuchtet werden.
Eine ganz unvergleichliche Stimmung entsteht im Dunkeln auf flachen Wasserbecken. Mondlicht spiegelt sich in ruhigem Nass. Besonders apart sieht die Spiegelung aus, in dem seitliche Solitärpflanzen von unten beleuchtet werden, so dass sie sich ebenfalls im Wasser spiegeln und das Bild vervollkommnen. Dann bleibt man abends auch schon mal etwas länger draußen sitzen und kann die Seele nach dem Arbeitsalltag baumeln lassen...


veröffentlicht in: Tübingen im Fokus, Juli 2013