Die Grundstücks- und Immobilienpreise sind auf sehr hohem Niveau. Die Größe der Gärten hat in den letzten 30 Jahren abgenommen.
Mit einigen Tricks und Kniffen kann man das Raumgefühl eines kleinen Gartens vergrößern.

Ausblicke betonen

Vor dem eigentlichen Entwurf eines Gartens geht die Analyse voraus: Ein wichtiger Punkt dabei ist die Umgebung.
Ein Kunstgriff, um den Garten zu erweitern ist schöne und freie Blicke in die Landschaft mit Achsen zu betonen. Diese Achse sollte ihren Endpunkt genau auf der schönsten Aussicht haben. Das Ende könnte ein besonders schöner Baum in der freien Landschaft, eine Bergspitze oder ein schönes Gebäude sein auf das man vom Garten blicken kann. Die Achse wird durch einen Weg, ein Wasserbecken oder eine lange Rasenfläche gebildet. Rechts und links der Achse begrenzen Pflanzen den Blick und fokussieren auf das Ziel.
Der Ausblick aus dem Haus ist ebenfalls wichtig. Den Blick vom Haus in die Ferne sollte man sich nicht mit einem Baum verstellen.
Und wenn keine Sicht ins weite Grüne möglich ist, kann man einen anderen "Hingucker" erschaffen, wie z.B. eine Wasserwand, einen besonders schönen Strauch oder ein Kunstobjekt am Ende des Gartens.

Vorder-, Mittel- und Hintergrund

Bei einem schönen Bild in der Malerei gibt es meist einen Vordergrund, eine mittlere Ebene und den Hintergrund.
Im Garten verhält es sich ebenso. Es sollte einen Vordergrund geben, wie die schönen Blumen um die Terrasse, etwas Interessantes im mittleren Bereich, z.B. einen schönen Baum oder eine Wasserfläche und ein Hintergrund (das Ziel der Sichtachse).

Serielles

Auf einer Sichtachse lassen sich immer wiederkehrende Elemente installieren. Doch statt sie in dem immer gleichen Abstand wiederkehren zu lassen, vergrößert man den Abstand nach hinten. Durch diesen Trick wirkt der Garten länger.
Pflanzen, die der Nachbar im Garten hat und die einem besonders gut gefallen, wiederholt man auf dem eigenen Grundstück. Mit diesem Trick kann man den Garten optisch um das Nachbargrundstück vergrößern.

Zaun?

Ein auffallender Zaun begrenzt das Grundstück stark. Jedem wird sofort klar: Hier ist das Ende des Gartens. Ist es möglich auf den begrenzenden Zaun zu verzichten?
Wenn es unbedingt notwendig ist ein Zaun zu bauen, dann sollte man ihn möglichst dezent halten. Farben wie grau oder grün sind sinnvoll.
Vielleicht lässt er sich hinter Hecken verstecken.
In englischen Landschaftsparks verschwinden Zäune optisch in tiefen Senken. Man schaut über sie drüber, die Schafe können dennoch nicht ausbüchsen.

Weniger ist mehr

Generell gilt für alle Gärten: weniger ist mehr. Versuchen Sie bei der Planung auf das Wesentliche zu achten. Je weniger Elemente verwendet werden, desto größer wirkt der Garten.
Viele gleiche Pflanzen sollten wiederholt werden. Beete werden großflächig mit derselben Pflanzensorte besetzt. Das erleichtert zudem die Pflege.
Als Baumaterial für Terrassen, Wege, Treppen und Mauern immer die gleiche Steinsorte verwenden. Dabei eignen sich Natursteine am besten. Sie gibt es in allen Größen und Formen.
Auch Lampen, Geländer, Pflanztöpfe usw. sollten sich dem Prinzip "weniger ist mehr" unterordnen.

Ruhige Ebenen schaffen

Mit Hilfe von Mauern lassen sich Gelände terrassieren. Eine ruhige Ebene bietet mehr Aufenthaltsqualität und vergrößert die nutzbare Gartenfläche. Wer liegt schon gerne auf einer schräg aufgestellten Sonnenliege? Eine flache Rasenfläche vereinfacht die Pflege und kann besser von Jung und Alt genutzt werden. Das Gefälle sollte dort 3% betragen, so dass der Wasserabfluss gesichert ist.
Die Geländehöhe entlang der Grenzen zum Nachbarn darf nicht geändert werden. Bei Aufschüttungen und Abgrabungen ist die Landesbauordnung zu beachten. In Baden-Württemberg zählen selbstständige Aufschüttungen und Abgrabungen bis zu 2 Meter Höhe oder Tiefe zu den verfahrensfreien Vorhaben. Am besten man bespricht vorab seine Planungen mit dem Nachbarn, so lassen sich Streitigkeiten im Voraus vermeiden.

Wasser

Ruhige Wasserflächen bieten einen Spiegel, der sowohl Pflanzen als auch Himmel reflektieren. So kann man sich den Garten bis in den Himmel erweitern und aus ihrem Garten entsteht etwas ganz Besonderes...

veröffentlicht in: Tübingen im Fokus, Mai 2013