Nun ist die "dunkle Jahreszeit" gekommen. Am Sonntag wird das erste Lichtlein auf dem Adventskranz angezündet. Morgens geht man im Dunklen und abends kommt man im Finstern nach Hause. Beleuchtung im Garten wird von Tag zu Tag wichtiger. Lampen dienen der Orientierung, verstärken das Sicherheits- und Wohlempfinden und verleihen dem Garten die besondere Atmosphäre.

Hauszugang

Bei Nacht übernimmt die Beleuchtung im Garten die leitende Funktion. Wege, Treppen und Eingänge müssen gut ausgeleuchtet werden, so dass die Orientierung im Dunkeln erleichtert wird. Licht ist ganz besonders am Zugang zum Haus wichtig. Dort benötigen Personen, die sich nicht auskennen Unterstützung. In der Nähe der Eingangstür kann die Lampe am Gebäude angebracht werden. Sie sollte nicht blenden und keinen Personenschatten werfen. Besuchern wird so ein angenehmer Empfang bereitet, und Ihnen gibt eine gute Beleuchtung am Eingang mehr Sicherheit.

Wege und Treppen

Um Unfälle zu vermeiden, sollten Wegekanten nachts klar erkennbar sein. Wichtige Wege werden hell erleuchtet, weniger wichtige dunkler, so dass das Grundgerüst der Beleuchtung den Charakter vom Garten widerspiegelt. Für die Wegebeleuchtung stehen verschiedene Lampen zur Verfügung. Knie- bis Hüfthohe Pollerleuchten strahlen von oben auf den Belag, so dass das Licht nicht direkt ins Auge fällt und man nicht geblendet wird. Als Leitlinie für Wege dienen in den Boden einbaubare Lampen. Diese sollten nicht als Hauptbeleuchtung verwenden werden und nur unterstützend zur Orientierung eingesetzt werden.
Um Treppen sicherer zu machen, baut man Wandstrahler bündig in eine Mauer oder Treppenwange ein. Sie strahlen die Stufen von der Seite aus an, so dass die Kanten klar ersichtlich werden und nicht blenden.

Sitzplätze

Gerade im Winter ist es wichtig ins Freie gelockt zu werden. Ein offener Kamin an einem überdachten Sitzplatz im Grünen ist das ganze Jahr über attraktiv. Ist der Sitzplatz gut ausgeleuchtet, kann man mit seinen Freunden im warmen Sommer noch bis in die späten Abendstunden dort verweilen und im Winter warme Tage nutzen, um frische Luft zu schnappen. Tisch und Stühle sollten von schräg oben beleuchtet werden, um in lauen Sommernächten den Garten genießen zu können. Indirekte Beleuchtung lässt keine Schlagschatten entstehen und blendet nicht. Optimale Belichtung erzielt man, wenn das Licht an eine helle Fläche strahlt und davon abprallt. Es bilden sich weniger Schatten und die Sitzfläche wird gleichmäßiger ausgeleuchtet.

Atmosphäre schaffen

Im Winter ist der Garten oft nur von drinnen zu genießen. Mit Beleuchtung kann man den Blick vom warmen Haus ins Grüne ermöglichen. Schauen Sie im Hellen aus dem Fenster Ihres Wohnzimmers und überlegen Sie sich, welche Facetten des Gartens bei Nacht besonders betont werden sollen. Vielleicht ist es ein Baum oder der Teich der zur Augenweide im Dunkeln werden soll?

Ein besonders schöner Anblick entsteht, wenn sich das Licht auf einer Wasseroberfläche spiegeln kann. Kommt ein leichter Windzug, reflektieren die Wellen die Lichtstrahlen und das Glitzern gelangt direkt zu Ihnen ins Wohnzimmer. Aber Vorsicht! Unterwasserbeleuchtung verdreckt recht schnell, deshalb sollte man Wasser eher von schräg oben anstrahlen.

Stehen besonders schöne Solitärgehölze in Ihrem Garten, kann man das Geäst von unten anstrahlen und die Sträucher oder Bäume werden auch im Dunkeln zu einer Augenweide. Die Struktur der Pflanzen wird klar erkennbar, die Rinde und das Muster der Zweige stehen im Mittelpunkt.

Vielleicht haben Sie auch eine besondere Skulptur in Ihrem Garten, die sie betonen wollen? Beleuchtet man diese, kann man die interessante Form und den Charakter hervorheben, so dass der Statue im Dunkeln eine besonders zauberhafte Atmosphäre verliehen wird.

Technik

Es gibt unzählige Möglichkeiten, um Ihren Garten ins rechte Licht zu setzen. Zum Standard gehört inzwischen, dass man die Außenbeleuchtung mit Bewegungsmeldern und eventuell einer Zeitschaltuhr ausstattet.
Die modernste Form der Beleuchtungstechnik ist ein BUS-System. Dabei kann das Licht konventionell mit dem Schalter bedient werden, aber auch per Handy oder Computer vom warmen Haus aus ferngesteuert werden. Per Datenleitung werden die LED-Lampen an- und ausgeschaltet, sogar unterschiedliche Farbtöne und Helligkeiten können gewählt werden. Blaue Beleuchtung symbolisiert den Himmel und das kühle Wasser, während Orange die wärmste Farbe ist und für das glühende Feuer steht. Auf diese Weise werden je nach Tages- oder Jahreszeit unterschiedliche Stimmungen gezaubert. Verschiedene Lichtfarben sind im Garten allerdings mit Bedacht zu wählen, um den Pflanzen nicht die Show zu stehlen!
Ein wundervoller Anblick entsteht, wenn Sie die Gartenbeleuchtung mit Kerzen oder Fackeln ergänzen. Diese Technik haben schon die Ägypter und Römer verwendet, um ihre Gartenanlagen auch nachts genießen zu können.


veröffentlicht in: Tübingen im Fokus, November 2013