Manch einem ist im Sommer die viele Arbeit, die der Garten so mit sich bringt zu viel. "Unkraut" zupfen, Bäume und Sträucher zurückschneiden, Rasen mähen und und und. Ein gut geplanter Hausgarten ist pflegeleicht und zudem ansprechend. Hier einige Tipps, um Ihnen die Arbeit zu erleichtern:

Beläge

Generell sind großformatige Plattenbeläge oder Pflaster geeignet. Je weniger und schmaler die Fugen, desto schlechter wachsen ungeliebte Pflanzen in den Ritzen. Beläge mit geraden, geschnittenen Kanten sind günstiger als Platten mit polygonalem Fugenmuster.
Natursteinplatten lassen sich imprägnieren, so dass gerade bei hellen Platten wie Sandstein Schmutz leicht abzuwaschen ist. Moose auf dem Plattenbelag werden dadurch ebenso vermieden.
Frost-/Tauwechsel bedingt oft Senkungen im Belag. Diese Stolperfallen müssen nachträglich ausgebessert werden. Ein fachgerechter Aufbau vermeidet Verwerfungen und Ärger im Voraus.

Bäume und Sträucher

Damit der Garten pflegeleichter wird - und das auch in 20 Jahren ist - sollten nicht zu viele Bäume und Sträucher vorhanden sein. Es ist unbedingt auf ausreichend Platz zum Wachsen zu achten.
Bäume und Sträucher, die für den Standort überdimensioniert sind, müssen immer wieder beschnitten werden. Das macht viel Arbeit. Vorteilhafter ist es, kleinwüchsige Pflanzen im geeigneten Alter und adäquater Größe zu wählen. So muss man nicht ungeduldige Jahre warten, bis die Pflanzen die gewünschte Größe erreicht haben. Von Anfang an bietet ihr Garten ein ansehnliches Bild, weil die Proportionen der Pflanzen stimmen. Geben Sie das Geld lieber für Qualität und Größe aus, statt für Quantität.
Einzelne formschöne Pflanzen müssen gekonnt drapiert werden. Sie werden besonders hervorgehoben, damit sie zur vollen Geltung kommen. Bestehende Pflanzen, die ästhetisch und ansprechend sind, werden betont, weniger ansehnliche Sträucher sollten entfernt werden.

Bodendecker

Bei Bäumen und Sträuchern ist auf Abstand zu achten. Das Gegenteil ist bei Bodendeckern in Staudenflächen der Fall: Je mehr Bodendecker in der Fläche gepflanzt sind, desto weniger Arbeit hat man bei der Pflege. So kann es den in der Fläche wachsenden Pflanzen gelingen den Boden komplett zu bedecken.
In den ersten Jahren nach der Neuanlage eines Gartens sollte die Pflege sehr penetrant erfolgen, bis alle Staudenflächen von Bodendeckern komplett zugewachsen sind, bevor nicht gewollte Pflanzen zwischen den Stauden die Überhand gewinnen. Dies mag zwar im ersten Moment mehr Arbeit als vorher bedeuten, doch nach 2 Jahren wird sich der Fleiß auszahlen und Sie können ihren Stauden und nicht dem Unkraut beim Wachsen zusehen. Einige Betriebe bieten zudem an, die Pflege ihres Gartens zu übernehmen. So können Sie auch in der ersten Phase nach der Neuanlage des Gartens die Zeit zum Genießen finden.

Auswahl der Pflanzen

Bei Staudenflächen pflanzt man viele gleiche Arten in Horsten (oder auch Trupps genannt). Das erleichtert die Pflege und sieht zudem ruhiger aus. Zur Arbeitserleichterung ist es ganz wichtig, dass man Pflanzen aussucht, die ihrem natürlichen Standort entsprechen. Je eher die Art dem Ort in der Natur nahekommt, desto pflegeleichter ist sie.
Wichtige Standortfaktoren sind:
  • Sonnig/Halbschatten/Schatten
  • Trockener/feuchter Ort
  • Steiniger, sandiger oder lehmiger Boden

An einem warmen sonnigen Südhang empfiehlt es sich z.B. wärmeliebende Kräuter mit silbrigen Blättern zu pflanzen. Im Schatten würden wärmebevorzugende Pflanzen anfällig sein für Krankheiten und schlechter gedeihen. Das "Unkraut" würde im Schatten viel schneller wachsen, als Kräuter wie Lavendel, Thymian und Co.
An einem feuchten, schattigen Standort gedeihen Farne oder Efeu. An einem Südhang mit wenig Wasser müsste man sie ständig gießen.

Bodenverbesserung

Wer in Tübingens Hanglagen einen Garten besitzt, sollte den Begriff "Minutenboden" kennen. Zum "Unkrautzupfen" muss man den idealen Zeitpunkt abpassen. Der Boden darf nicht zu trocken und auch nicht zu feucht sein, um ungewünschte Pflanzen zu entfernen. Aber es gibt einen Trick um die Minuten in Stunden umzuwandeln und Wurzeln besser entfernen zu können: Man mischt den vorhandenen Boden mit Sand und schon fällt das "Unkrautjäten" etwas leichter.

Rasen

Bestehende Rasenflächen kann man ebenfalls mit einer dünnen Schicht Sand bedecken. Die spitzen Gräser haben einen Wachstumsvorteil gegenüber ungewünschten breitblättrigen Pflanzen. Sie werden sich schneller entwickeln, so dass die Graspflanzen die Überhand gewinnen.
Wer keinen Spaß am Rasenmähen findet, sollte den Kauf eines Rasenroboters in Betracht ziehen. Dieser benötigt ein spezielles Kabel, welches mindestens 1 cm tief im Rasen eingegraben wird.

Zu guter Letzt noch ein Aufruf an Sie: Planen Sie vorrausschauend!

Weniger ist mehr. Mit der häufigste Fehler ist, dass man am Anfang zu viele Pflanzen in den Garten setzt. Nach einigen Jahren stellt man fest, dass sie wachsen. Der Rückschnitt wird zur Plage.
Ein gut geplanter Garten lädt zum Genießen ein, nicht zum Arbeiten!
Falls Sie mehr erholsame Stunden in ihrem Garten verbringen möchten, bin ich Ihnen gerne bei der weiteren Planung behilflich. Ich freue mich auf Ihren Kontakt.


veröffentlicht in: Tübingen im Fokus, Juni 2013